Handel

Eines der Grundprinzipien des Handels ist, dass ein Austausch stattfindet, der auf Gegenseitigkeit beruht und für beide Seiten zufriedenstellend sein soll. Doch manchmal sind die Geschäfte nur scheinbar gleichwertig.

Nimmt man den Tauschhandel zwischen Huronen und Franzosen im 17.Jahrhundert als Beispiel, kann man die Diskrepanz deutlich erkennen: Die Franzosen wollten Pelze, da Pelzmützen in Europa gerade in Mode gekommen waren, die Huronen lieferten sie gegen Wolldecken, neuartige Nahrungsmittel, Messer, Äxte und jede Menge Schnaps. Im Laufe der Zeit führte dies nicht nur zur Überjagung der Pelztiere, vor allem der Biber, sondern zu einer völligen Vernachlässigung der traditionellen Lebensweise, was die dort stationierten Jesuiten im Namen des Christentums eifrig unterstützten, bis hin zur Auslöschung einer ganzen Kultur.

Verschärfend kam hinzu, dass ihre Nachbarn, die Irokesen, von den Holländern Waffen für ihre Pelzlieferungen erhielten, was die Franzosen den Huronen strikt ablehnten. Aus Konkurrenzgründen sorgten die Irokesen nun eifrig dafür, ihre Nebenbuhler auszuschalten. So wurde ein ganzes Volk vertrieben und beinahe ausgelöscht.

Dieses Beispiel zeigt, dass selbst "friedlicher" Handel gefährliche und schädigende Auswirkungen haben kann. Der Handel führte nicht nur zu einer völligen Umwandlung verschiedener überseeischer Kulturen zwischen dem 16. und 18.Jahrhundert, sondern auch zur Zerstörung althergebrachter Lebensweisen bis hin zur physischen Auslöschung durch Handelskriege, Alkohol und eingeschleppte Krankheiten.
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